Thema: InVDeo: Lasst Euch nicht verars**en
Autor: mad_max  -   Datum: 22.05.2005 23:14:19

Hallo liebe InVDeo-Geschädigte!

Bin ich eigentlich der einzige hier, dem die Vorgehensweise und der Zynismus der InVDeos und der Palagos aufstößt?

Da wird monatelang ein Investor gesucht und keiner gefunden, kaum ist die Insolvenz eingereicht, findet sich einer, der dann alles übernimmt, außer den Verbindlichkeiten?

„Obwohl wir uns seit Ende 2003 intensiv um Investoren gesucht haben...“ (Offene Stellungnahme DVD-Verleih-Vergleich durch die beiden Geschäftsführer Borchers und Sommer, ff“)

Vor eineinhalb Jahren haben sie schon gemerkt, dass es so nicht weitergeht. Und dann:

„Wir räumen ein und bedauern es außerordentlich, dass ab 2004 Kautionen in den normalen Geschäftsbetrieb geflossen sind.“

Doch nur, um eine offensichtlich marode Firma am Leben zu erhalten.
Abgesehen davon, dass man mit Kautionen normalerweise anders umgeht – dies wurde ja schon zur Genüge thematisiert (trotzdem meine ich, dass das Vorgehen der InVDeos gesetzwidrig war), klingt mir das verdächtig nach Insolvenz-Verschleppung.

Ansonsten liest man:

„Alle Gelder wurden nur im Geschäftsbetrieb eingesetzt. Es wurden keinerlei Gelder privat verwendet – und das war auch nie unsere Absicht.“

Das ist doch selbstverständlich. Das bestimmt nicht geringe Geschäftsführergehalt sollte da auch genügen.

„Alle inVDeo-Gesellschafter haben privat einen großen finanziellen Schaden erlitten, da viel privates Geld in inVDeo gesteckt wurde, sie gegenüber den Banken und einigen Lieferanten mit Ihrem gesamten Privatvermögen haften und auch in Anspruch genommen wurden.“

Gehaftet wird mit der Einlage, die ist bei einer GmbH verschmerzbar; niemand ist damit fürs Leben ruiniert; auch deswegen wählt der ein oder andere diese Gesellschaftsform.
Alle weitere Haftung entstand entweder aus der Not – fehlende Liquidität – oder aus – bei allem Respekt – Dummheit.

Besonders schön dann folgende Passage:

“Und wenn insbesondere unsere Altkunden mit 10 DVDs parallel mal nachdenken und zu sich ehrlich sind, dann kommen sie schnell darauf, dass sie trotz des Verlustes des DVD-Beitrages unter dem Strich immer noch nicht mehr ausgegeben haben als bei der Konkurrenz. Dies soll keine Entschuldigung sein, sondern nur ein Hinweis und eine Anregung zum Nachdenken.“

Ich hab mir das 10 DVD-Model nicht ausgedacht. Das war InVDeo. Und dieses Angebot habe ich gebucht. Aber jetzt soll ich froh sein, dass ich Kaution und Jahrebeitrag los bin, weil ich dann etwa so viel gezahlt habe wie Kunden bei anderen Verleihern? Hä? Oder soll ich ein schlechtes Gewissen haben, weil ich so billig DVDs von InVDeo geliehen habe und sie damit letztendlich in die Insolvenz getrieben habe?
Ich Böser. Gebt mir Eure Kontonummer, ich überweise Euch noch was,

Und Palago verhält sich ja nicht so sehr anders.

Das mit Palago ist eine andere Sache. „Hier unser Angebot. Sie wissen ja, dass Sie vom Insolvenzverwalter nix kriegen. Wir hätten da ein Angebot für Sie.“ So oder so ähnlich tönt es marktschreierisch aus meiner e-mail-box.
Frei nach dem Motto, was InVDeo kann, das können wir schon lang, haben sie ja auch schon einige als alte Neukunden oder neue Altkunden gewinnen können.
Jedem wie er’s mag.

Zuletzt noch kurz zu dem Schreiben des Insolvenzverwalters; Nicht nur, dass ich meine Kundennummer auch nicht weiß, der Verwalter weiß noch nicht einmal meine neue Adresse, obwohl InVDeo schon etliche Male an diese geliefert hat.

Was aber bitte hat eine ganz offensichtliche und unverblümte Werbung für Palago in diesem Brief zu suchen?????
Warum sollte der Verwalter ein Interesse daran haben, dass wir dort abschliessen und ausdrücklich(!) auf die DVD-Beiträge verzichten???
Warum wird zwei Absätze später eine Rückzahlung der Beiträge (bei mir immer noch: Kaution!) ausgeschlossen???
Gerade wenn sie quasi ins Betriebsvermögen eingeflossen sind, sollten sie doch relevant sein.

Wie nennt man das eigentlich, wenn Kautionen verprasst werden? Ist das Veruntreuung, oder einfach Betrug?

Morgen ruft mich wahrscheinlich meine Bank an; tut uns leid, aber Ihre Spareinlagen haben wir an der Börse verzockt; sehen sie leider nie mehr wieder. Aber wir könnten Ihnen tolle Konditionen anbieten, damit Sie wieder Geld bei uns anlegen. Seien Sie bloß froh, dass das alte weg ist. Fallen ja eh nur Steuern für an. Danke sag ich dann. Wohin soll ich das Geld überweisen?


Für mich stinkt diese Geschichte gewaltig. Quer durch alle Parteien, die damit zu tun haben.
Und das gibt mir zu denken.
Ich lasse mich einfach nicht gerne verarschen.


mad max



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Thema: Re: InVDeo: Lasst Euch nicht verars**en
Autor: 3D_Mark  -   Datum: 23.05.2005 00:02:46

Hallo,

genau verars**en wollen die uns aber !

Mal gerechnet:

Wenn keiner auf die Kaution verzichtet und alle ihre Forderungen geltend machen gibt es für jeden 2% der Forderung (siehe Schreiben des Insolvenzverwalter).

Wenn jetzt Palago auf den Plan tritt und gegen Verzicht auf die Forderung Reisegutscheine anbietet kann man seine Forderung nicht mehr geltend machen (siehe widerum Schreiben des Insolvenzverwalter).

Was passiert aber wenn die genervten/geschädigten Kunden zum Grossteil das Angebot annehmen und zähneknirschend die Reisegutscheine nehmen ???

Die Quote wird von 2% langsam aber sicher steigen, da immer weniger Ihre Forderung (Kaution) im Juni geltend machen.

Die Reisegutscheine sind definitiv nix Wert - als Tip mal bei ebay nach dem Begriff "Travelcheck" bzw. "Travel Check" suchen - stehen einige Auktionen drin aber keiner kauft die - selbst ein 100 Euro Gutschein geht nicht seit mehreren Tagen für 29 Euro Sofort-Kaufen weg !

Wie jeder von euch sich entscheidet sei ihm/ihr überlassen - es ist euer Geld.

An alle die das "tolle" Angebot angenommen haben - VIELEN DANK !!!!

Die Gläubiger der Insolvenz werden sich freuen !



Gruß 3D_Mark




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Thema: Re: InVDeo: Lasst Euch nicht verars**en
Autor: Mortis  -   Datum: 23.05.2005 00:26:57

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> Morgen ruft mich wahrscheinlich meine Bank
> an; tut uns leid, aber Ihre Spareinlagen
> haben wir an der Börse verzockt; sehen sie
> leider nie mehr wieder. Aber wir könnten
> Ihnen tolle Konditionen anbieten, damit Sie
> wieder Geld bei uns anlegen. Seien Sie bloß
> froh, dass das alte weg ist. Fallen ja eh
> nur Steuern für an. Danke sag ich dann.
> Wohin soll ich das Geld überweisen?
>

Falls dich deine Bank anruft ist deren Insolvenz zwar durch den Einlagensicherungsfond abgesichert.

Dessen Absicherung liegt bei einigen Instituten aber bei max. 20000 Euro.

Es wird immer ein Risiko sein anderen sein Geld anzuvertrauen, wobei ich bei der Bank deutlich höher einschätze.

Invdeo hatte ich nicht meine Altersabsicherung anvertraut.

Gruss

Mortis