Thema: Video Entertainment Panel zur Blu-ray Marktentwicklung: hohe Erwartungen an 2010
Autor: Stefan  -   Datum: 25.11.2009 13:00:53

50 Prozent mehr Blu-rays verliehen als
noch vor einem Jahr, das ist die Bilanz der Online Videothek Video Buster,
die Vorstand Mario Brunow auf dem Branchenkongress Video Entertainment in
München präsentierte. Dennoch betrage das Verhältnis von Blu-ray und DVD im
Video Buster Verleih noch nicht einmal eins-zu-sechs. Für den Video Buster
Chef ist das signifikant: Die Haushalte würden zwar nach und nach auf die
neue Technik umschwenken, aber es gebe keinen Run auf die Geräte und schon
gar nicht auf jeden hochauflösenden Film. Solange dem Verbraucher nicht bei
jeder Blu-ray auch bessere Qualität als bei einer DVD geboten werde und er
zusätzliche Features wie BD- Live nicht auf Anhieb verstehe, werde sich
Blu-ray nicht so schnell zum Massenmarkt entwickeln, so Mario Brunow.

Damit dämpfte der Video Buster Chef ein wenig den Optimismus der übrigen
Panelteilnehmer auf dem Branchenkongress Video Entertainment in München. Die
Hoffnung der Industrie, vertreten durch Joachim Spang, Managing Director
Twentieth Century Fox und Andreas Ditter, Managing Director Sony Pictures
Home Entertainment, lautet: 2010 wird das Jahr der Blu-ray. Diese
Erwartungen bauen zum einen auf das  Weihnachtsgeschäft, das deutlich mehr
Blu-ray Player als bisher in deutsche Haushalte bringen soll. Zum anderen
auf die Fußballweltmeisterschaft, die auch im öffentlich-rechtlichen
Fernsehen hochauflösend zu sehen sein wird. „Die Killerapplication ist die
Auflösung und wer sie einmal genossen hat, kommt nicht mehr davon los“, so
Andreas Ditter.

Für Video Buster Chef Mario Brunow sind es besonders Action und
computeranimierte Filme, bei denen die höhere Auflösung punkten könne. Aber
von der besseren Qualität sind längst noch nicht alle Kunden so überzeugt,
dass sie auch in neue Player, Fernseher und Medien investieren: „Die Umfrage
im Oktober unter unseren Kunden hat gezeigt, dass etwa ein Drittel bereits
einen Blu-ray Player besitzt, ein weiteres Drittel sagt aber auch, dass sie
kein Interesse daran haben und ihnen die DVD reicht“, so Mario Brunow. Der
Rest würde Blu-ray erst konsumieren, wenn Hard- und Software preisgünstiger
würden.

„Blu-ray ist aus Sicht unserer Kunden nicht das Medium, das die DVD heute
schon ersetzt, sondern nur ergänzt “, fasst Mario Brunow ein weiteres
Ergebnis der Kundenumfrage zusammen. „Die Erfolgsstory der Umstellung von
VHS auf DVD wird sich nicht wiederholen.“ Das liegt auch daran, dass zu
wenig durch die Brille des Verbrauchers geschaut werde: „Statt von BD-Live
zu sprechen, sollte man lieber den konkreten Nutzen hervorheben. Dazu
gehört, dass jeder Blu-ray Player auch DVDs abspielen kann und zwar in einer
skalierten Top-Qualität.“

Gut zwei Jahre ist es her, dass Blu-ray sich im sogenannten Formatkrieg
gegen HD DVD durchgesetzt hat. Dennoch ist ein Blu-ray-fähiges Abspielgerät
erst in 3 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte vertreten und zwar ganz
überwiegend in Form einer PlayStation 3, erklärte Joachim Spang auf dem
Branchenforum in München. Dieser Anteil wird nächstes Jahr signifikant
wachsen, so die Überzeugung der Industrie, die sie allerdings auch schon in
2007 auf der IFA verbreitete. Da lautete die Botschaft: An Blu-ray kommt in
Zukunft keiner mehr vorbei. Macht 2010 nun endlich die Zukunft blau?